Tropennächte, also Nächte mit Temperaturen über 20 °C, sind in Deutschland deutlich häufiger geworden. Der Deutsche Wetterdienst weist in seinen Klimaberichten auf eine deutliche Zunahme hin — in Großstädten teils auf das Mehrfache gegenüber den 2000er-Jahren. Was wirklich hilft, lässt sich sortieren.
Wer erst um 22 Uhr Fenster und Rolladen schließt, hat den entscheidenden Moment verpasst. Rolladen runter ab 9 Uhr morgens, Fenster geschlossen bis spät in den Abend. Querlüften erst, wenn die Außentemperatur unter der Innentemperatur liegt — in Süddeutschland im Hochsommer meist nach Mitternacht.
Bei Windstille bewirkt Querlüften wenig. Ein einzelnes Fenster auf der schattigen Seite, leicht geöffnet, transportiert tatsächlich mehr Kühle als vier weit offene Fenster, weil sich ein gerichteter Luftstrom bildet.
An den Handgelenken verlaufen Arterien direkt unter der Haut. Eine Minute kaltes Wasser oder ein Kühlpack senkt die Körperkerntemperatur messbar. Effektiver als Kühlung an Stirn oder Nacken, wo der Wärmetransport langsamer ist.
Polyester und Mikrofaser stauen Feuchtigkeit. Baumwolle nimmt Feuchtigkeit auf, gibt sie aber langsam ab. Bambusviskose und Leinen leiten Feuchtigkeit am schnellsten weiter — auf einer 28-Grad-Nacht ist das der Unterschied zwischen drei nächtlichen Wachphasen und durchgeschlafenen Stunden.
Bettlaken eine Stunde in einer Plastiktüte in den Gefrierschrank legen. Keine Dauerlösung, aber die ersten 20 Minuten Einschlafen werden deutlich angenehmer. Sinnvoll vor allem in der ersten Nacht einer Hitzewelle, wenn der Körper noch nicht akklimatisiert ist.
Eine Sommerdecke mit 200 g/m² wiegt kaum mehr als ein Laken, vermittelt aber dieses Gefühl, zugedeckt zu sein, das viele zum Einschlafen brauchen. Ganz ohne Decke schlafen lassen erstaunlich wenige Menschen wirklich gut.
Memoryschaum-Kissen speichern Wärme — bei 28 °C im Schlafzimmer eine ernste Belastung. Bambusfaser- oder Latex-Kissen lassen Luft zirkulieren. Wer im Sommer regelmäßig auf nasses Kissen wacht, sollte hier zuerst ansetzen.
Keine dieser Maßnahmen ist die eine Lösung. Zusammen senken sie die gefühlte Temperatur um zwei bis drei Grad. Genau die Spanne, die über eine durchgeschlafene Nacht entscheidet.
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