Im Frühsommer steht das Thema in jedem Magazin: kühle Bettwäsche, sommertaugliche Materialien, die richtige Wahl gegen tropische Nächte. Vieles davon ist Marketing, manches stimmt nur halb. Hier eine sachliche Einordnung der vier verbreitetsten Annahmen.
Reine Baumwolle nimmt Feuchtigkeit gut auf, gibt sie aber langsam wieder ab. Das Resultat: in der zweiten Nachthälfte fühlt sich das Laken klamm an. Perkal- und Satin-Webungen aus 100 Prozent Baumwolle liegen häufig zwischen 200 und 300 Fäden pro Inch — je dichter, desto wärmer. Eine helle Farbe und gröbere Webung sind hier entscheidender als der Fasertyp allein.
Leinen leitet Wärme schnell ab, das stimmt. Allerdings knittert es stark, ist im Vergleich teuer und nicht jeder mag die rauere Haptik. Wer sich daran nicht stört, hat eine gute Wahl getroffen. Wer empfindlich auf grobere Strukturen reagiert, sollte Alternativen prüfen.
Bei Bettwäsche gilt das Gegenteil. Höhere Fadenzahlen über 400 TC bedeuten meist eine dichtere Webung, die weniger Luft durchlässt. Für Sommermonate ist eine mittlere Dichte mit hochwertiger Faser sinnvoller. Bambusviskose mit 400 TC erreicht durch die Faserstruktur eine bessere Atmungsaktivität als Baumwolle gleicher Fadenzahl.
Synthetische Fasern wie Polyester nehmen kaum Feuchtigkeit auf — die Verdunstung findet daher fast ausschließlich an der Hautoberfläche statt. Wer nachts schwitzt, liegt buchstäblich in seinem eigenen Schweiß. Naturfasern transportieren die Feuchtigkeit vom Körper weg, was sich angenehmer anfühlt, auch wenn die Trocknung länger dauert.
Hellere Farben reflektieren mehr Wärme. Niedrigere Webdichten lassen Luft zirkulieren. Bambusfaser, OEKO-TEX® zertifiziert, kombiniert hohe Saugfähigkeit mit schnellem Feuchtigkeitstransport — Eigenschaften, die sich im Labor messen lassen.
Bettwäsche ersetzt keine durchlüftete Wohnung und keine sinnvolle Tagesroutine. Sie verstärkt aber, was schon funktioniert. Eine schlecht gewählte Bettwäsche kann dagegen jede andere Maßnahme zunichte machen.
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