Warum das Problem selten das Schwitzen selbst ist, sondern die Feuchtigkeit, die nicht wegkommt.
Klamm aufwachen, das Laken feucht, der Schlaf unterbrochen: Nachtschweiß ist verbreiteter, als die meisten denken. Die Ursachen reichen von der Zimmertemperatur bis zu medizinischen Gründen, und die Maßnahmen unterscheiden sich entsprechend. Dieser Artikel geht die Ursachen der Reihe nach durch — von den einfach behebbaren bis zu denen, die in ärztliche Hände gehören.
Beim Einschlafen senkt der Körper seine Kerntemperatur leicht ab. Schwitzen ist dabei der Mechanismus, mit dem er Wärme abgibt. Problematisch wird es erst, wenn die Feuchtigkeit nicht abtransportiert wird: Dann kühlt sie auf der Haut aus, der Körper reagiert mit Frösteln, und genau dieser Wechsel unterbricht den Schlafzyklus.
Deshalb ist die entscheidende Frage selten „wie verhindere ich Schwitzen, sondern „wie kommt die Feuchtigkeit weg.
Zu warmes Schlafzimmer. Über 20 °C wird es für die meisten Menschen schwierig. Die ideale Schlaftemperatur liegt zwischen 16 und 18 °C.
Die falsche Bettdecke. Eine Winterdecke im April ist eine der häufigsten Ursachen überhaupt. Der Wechsel wird oft zu spät gemacht, weil die Nächte noch kühl anfangen.
Zu warme Schlafkleidung. Flanell oder Fleece halten Feuchtigkeit fest. Weniger Stoff ist hier meist besser als mehr.
Alkohol am Abend. Alkohol erweitert die Gefäße und erhöht die Wärmeabgabe. Das erklärt das typische verschwitzte Aufwachen in der zweiten Nachthälfte.
Scharfes oder spätes Essen. Die Verdauung erhöht die Körpertemperatur. Zwei bis drei Stunden Abstand zur letzten größeren Mahlzeit helfen.
Bei Anspannung schüttet der Körper Adrenalin und Cortisol aus, und beide erhöhen Herzfrequenz und Körpertemperatur. Wer mit kreisenden Gedanken einschläft, schwitzt häufiger — und merkt es meist erst nachts um drei.
Hier hilft kein Material, sondern ein Übergangsritual vor dem Schlafen. Was funktioniert, steht in unserem Artikel zur Schlafqualität.
Hier liegt der Hebel, den du einmal umlegst und danach nicht mehr täglich verhandeln musst.
Polyester und Mikrofaser stauen Feuchtigkeit zwischen Haut und Stoff. Baumwolle nimmt sie auf, gibt sie aber langsam ab — daraus entsteht das klamme Gefühl. Viskose aus Bambus und Leinen leiten Feuchtigkeit erfahrungsgemäß am zügigsten weiter, wodurch sie an der Oberfläche verdunsten kann.
Das Schwitzen hört dadurch nicht auf. Was sich ändert, ist der zweite Teil: Die Feuchtigkeit bleibt nicht liegen, es kommt seltener zum Auskühlen, und die kurzen Wachphasen werden weniger.
Nächtliche Hitzewallungen in den Wechseljahren haben eine hormonelle Ursache und lassen sich mit Bettwäsche nicht beheben. Was das Material leisten kann, ist die Erholungszeit danach zu verkürzen: Je schneller die Feuchtigkeit weg ist, desto kürzer die Wachphase. Mehr dazu im Artikel über Hitzewallungen und Schlaf.
Nachtschweiß kann auch andere Ursachen haben. Ein Arztbesuch ist angebracht, wenn du regelmäßig durchnässt aufwachst und Kleidung oder Laken wechseln musst, wenn Fieber, ungewollter Gewichtsverlust oder anhaltende Müdigkeit dazukommen, wenn es plötzlich neu auftritt ohne erkennbaren Auslöser, oder wenn du Medikamente nimmst — einige, darunter bestimmte Antidepressiva und Blutdruckmittel, können Nachtschweiß verursachen.
Das ist keine Panikmache, sondern der Punkt, an dem Bettwäsche das falsche Werkzeug ist.
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