Die Höhe entscheidet mehr als das Material. Wie du das richtige Kissen wählst und wann es ersetzt gehört.
Ein Kopfkissen bestimmt mehr über die Nachtruhe als fast jedes andere Bettteil: Es hält die Halswirbelsäule in Linie und entscheidet mit darüber, ob du morgens mit verspanntem Nacken aufwachst. Dieser Artikel geht durch, wie du die richtige Höhe findest, was ein Kissen aus Bambusfaser ausmacht und welche Größen es in Deutschland gibt.
Die wichtigste Frage ist nicht, woraus das Kissen besteht, sondern wie hoch es ist — und das hängt von deiner Schlafposition ab.
Seitenschläfer brauchen die größte Höhe. Der Abstand zwischen Schulter und Kopf muss ausgefüllt werden, sonst knickt der Nacken seitlich ab. Je breiter die Schultern, desto höher.
Rückenschläfer brauchen eine mittlere Höhe, die die natürliche Krümmung des Nackens stützt, ohne das Kinn Richtung Brust zu drücken.
Bauchschläfer brauchen die geringste Höhe oder gar kein Kissen, weil der Kopf sonst überstreckt wird.
Ein Kissen aus hochwertigem Material in der falschen Höhe ist schlechter als ein einfaches in der richtigen. Hier passieren die meisten Fehlkäufe.
Leg dich so hin, wie du normalerweise einschläfst, und lass jemanden von der Seite oder von hinten schauen: Nase, Kinn und Brustbein sollten in einer Linie liegen, der Kopf weder angehoben noch abgesenkt. Kippt der Kopf nach unten, ist das Kissen zu flach. Wird das Kinn Richtung Brust gedrückt, ist es zu hoch.
Zweiter Hinweis im Alltag: Nackenverspannungen, die morgens da sind und im Lauf des Tages verschwinden, deuten fast immer auf die Kissenhöhe hin — nicht auf die Matratze.
Wichtig zu wissen, weil es hier große Unterschiede gibt: Bei vielen Anbietern bezeichnet „Bambus-Kopfkissen nur den Bezug, den sogenannten Tijk, während die Füllung aus Schaum oder Polyester besteht. Bei unseren Kissen besteht sowohl der Tijk als auch die Füllung aus Bambusfaser.
Das ist die Frage, die du jedem Anbieter stellen kannst: Woraus besteht die Füllung? Steht dort Schaum, Mikrofaser oder Polyester, betrifft der Bambusanteil nur die Außenseite.
Praktisch merkst du den Unterschied vor allem an zwei Stellen. Die Faser leitet Feuchtigkeit weiter, und am Kopf ist das relevanter als am restlichen Körper, weil dort viel Wärme abgegeben wird. Und die glatte Oberfläche zieht weniger an Haaren und Haut als raues Baumwollgewebe — der Grund, warum Menschen mit lockigem oder brüchigem Haar häufig auf glatte Bezüge umsteigen.
Hier lohnt ein genauer Blick, weil die Standards sich unterscheiden. In Deutschland sind 80×80 cm die traditionelle und 40×80 cm die inzwischen gängigere Größe. In den Niederlanden und Belgien sind 60×70 cm und 50×75 cm üblich.
Das kleinere deutsche Format hat sich durchgesetzt, weil es die Halswirbelsäule gezielter stützt: Bei 80×80 landen oft auch die Schultern auf dem Kissen, wodurch der Nacken überstreckt wird.
Achte beim Kauf darauf, dass Kissen und Bezug in der Größe zusammenpassen. Ein zu großer Bezug wirft Falten, die sich im Gesicht abdrücken, ein zu kleiner presst die Füllung zusammen und nimmt Höhe weg. Unsere Kissenbezüge gibt es in 40×80, 80×80, 50×75 und 60×70.
Kissenbezüge gehören zu den Textilien, die am häufigsten gewaschen gehören. Sie kommen mit Gesicht, Haaren, Talg und Hautpflegeprodukten in Kontakt. Alle drei bis vier Tage ist sinnvoll, bei empfindlicher oder zu Unreinheiten neigender Haut eher öfter.
Das Kissen selbst wäschst du ein- bis zweimal im Jahr bei 30 °C, gut ausgespült und vollständig getrocknet. Wichtiger ist tägliches Auslüften: morgens aufschütteln und offen liegen lassen, statt es sofort unter die Tagesdecke zu packen. Die übrigen Regeln stehen in unseren Pflegehinweisen.
Die einfachste Prüfung: Falte das Kissen in der Mitte und lass los. Springt es nicht von selbst in die Ausgangsform zurück, hat die Füllung ihre Stützkraft verloren. Als Faustregel gelten zwei bis drei Jahre, bei hochwertigen Füllungen länger.
Für alle, die am Kopf und Nacken schwitzen. Für Menschen mit empfindlicher Gesichtshaut. Für lockiges oder brüchiges Haar. Und für alle, die den Kissenbezug morgens leid sind, feucht vorzufinden.
Weniger entscheidend ist das Material, wenn deine Beschwerden von der Höhe kommen. Löse zuerst das, und wähle danach den Bezug. Wie das mit dem Rest des Bettes zusammenspielt, steht in unserem Artikel zur Schlafqualität.
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